Leybucht
Die Leybucht - Meer oder weniger Land . . .

Greetsiel und die Leybucht nach Westen gesehen.

Die Leybucht ist nach dem Dollart die zweitgrößte Bucht in Ostfriesland. Sie liegt im Westen von Ostfriesland zwischen Greetsiel im Süden und Westermarsch im Norden. Die Leybucht hat eine Größe von etwa 19 Quadratkilometern und bildet die Grenze zwischen dem Norderland im Norden und der Halbinsel Krummhörn im Süden. Die Entstehung der Leybucht geht auf das Wechselspiel von Gezeiten, Wind- und Strömungsverhältnissen sowie geologische Prozesse zurück, die über Jahrtausende hinweg die Landschaft geformt haben.

Die Leybucht bildete sich nach der ersten zuverlässig erwähnten Sturmflut an der niederländischen Küste am 26. Dezember 838. Nach den Sturmfluten von 1374 und 1376 erreichte die Bucht mit einer Fläche von gut 129 km² ihre größte Ausdehnung. In den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder Polder eingedeicht, so dass die Bucht bis 1950 auf ihre jetzige Größe reduziert wurde. In die Leybucht entwässern das Norder Tief sowie das Alte und Neue Greetsieler Sieltief.

Die künstliche Landzunge Leyhörn ist eine unter Naturschutz stehende Halbinsel im Süden der Leybucht westlich von Greetsiel und entstand bis 1991 im Zuge von Küstenschutzmaßnahmen, deren Entwicklung sich über Jahrzehnte hinstreckte und maßgeblich vom wachsenden Umweltbewußtsein beeinflußt wurde. 

Leybucht

Die Eindeichung der Leybucht und Leyhörn

© Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

Ursprüngliche Pläne für den Küstenschutz aus den 1960er Jahren sahen eine Volleindeichung der Leybucht vor, bei der die Deichlinie von 16,5 auf rund 8 Kilometer verkürzt werden sollte. Jedoch führten Forderungen des Naturschutzes, der Entwässerung sowie des Ortes Greetsiel zu einer Veränderung der Pläne.1985 wurde der Antrag zur Erhaltung einer größtmöglichen offenen Bucht und zur Errichtung eines Mündungsbauwerks mit Schleuse und Siel möglichst nah an die tiefe Rinne der Norderley genehmigt.

Greetsiel und die Leybucht nach Norden gesehen.

Leyhörn mit Speicherbeken und Schleuse.

Im Oktober 1985 wurde mit der Umsetzung der Baumaßnahmen begonnen. 1991 wurde die künstliche Landzunge Leyhörn fertiggestellt. Parallel dazu wurde das Sperrwerk Leysiel mit Schleuse bis zum September 1991 hergestellt und in Betrieb genommen.

Innerhalb der Deichnase entstand bis 2002 das neue Naturschutzgebiet Leyhörn, das auch der Entwässerung der Region dient und den Greetsieler Hafen unabhängig von der Tide macht. Die Seeschleuse Leyhörn ist insgesamt 120 Meter lang, hat eine lichte Durchfahrtsweite von 14 Metern und erlaubt die gleichzeitige Schleusung von bis zu 8 Kuttern von den derzeit 27 Greetsieler Krabbenkuttern.

Das Naturschutzgebiet Leyhörn umfasst etwa 600 Hektar, darunter 400 Hektar neu geschaffene Biotope und Wiesen. Die innere Leybucht blieb mit rund 3000 Hektar erhalten und ist nun das größte zusammenhängende Gebiet von Salzwiesen und Wattflächen in der Deutschen Bucht.

Sie ist ein Brut- und Rastgebiet internationaler Bedeutung, beispielsweise für Nonnen- und Ringelgänse. Austernfischer sind dort ebenso zu beobachten wie die seltenen Löffler.

Der binnendeichs gelegene 200 Hektar große Speichersee dient sowohl der Aufnahme des durch die Greetsieler Siele und das Schöpfwerk abfließenden Wassers als auch als Stauraum, wenn im Falle mehrtägiger Sturmfluten das Binnenwasser über Schöpfwerke hineingepumpt wird.

Leybuchtpolder

Das Wappen symbolisiert die Landwirtschaft. Die Farben sind die der Stadt Norden entnommen.

Der Leybuchtpolder ist ein Stadtteil von Norden und war bis 1972 eine selbstständige Gemeinde. Er ist geologisch der jüngste der Norder Stadtteile und wurde in den 1950er Jahren besiedelt. der Leybuchtpolderund hat 463 Einwohner (Stand Dezember 2016), die sich auf einer Fläche von 10,52 Quadratkilometern verteilen.

In den Jahren 1947 bis 1950 wurde der Polder endgültig der Nordsee abgewonnen, als der fast 5 km lange Störtebekerdeich geschlossen wurde. An der Stelle der Deichschließung steht jetzt ein Denkmal.

Heute ist der Leybuchtpolder ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Erholungssuchende, die die unberührte Landschaft und die vielfältige Tierwelt der Leybucht erkunden möchten1. Entlang der Deiche und Wasserläufe führen malerische Wander- und Radwege, die zu erholsamen Touren durch die reizvolle Marschlandschaft einladen.

Knotenpunkt Nr. 2 im Leypuchtpolder.

Ein alter Deich hat ausgedient.